So fahren sie nach Mexiko, nach Norwegen, nach USA, nach Afrika, in die Arktis und das alles kostenlos, natürlich
immer, um entweder einen hoch-wissenschaftlichen Vortrag( den zwar niemand versteht, aber alle mit dem
Kopf wissentlich nicken und applaudieren) zu halten oder zu „forschen“( es kann sie dort ja niemand
kontrollieren. Es fährt ja niemand hin um nachzusehen, was sie da treiben) in irgendeinem Krater, der
schon tausendemal durchsucht worden ist. Ihr Vortrag dort beschränkt sich dann meist auf ein 15-
minütiges Statement mit einigen Bildern auf PowerPoint(wo sie sich dann gut dazu fotografieren lassen
im Krater als Alibi), dafür aber machen sie dort schönen Urlaub auf 3 Wochen, bereisen dort die
Sehenswürdigkeiten, lassen sich einladen usw. (offiziell tun sie da, wie es hier so schön heißt,
„Netzwerken“—oder bei uns heißt es halt „Saufen“). Bei den Forschungen gehen sie dann schnell einmal
in die Berge oder zu einem Kraterrand, machen einige schöne Fotos mit einem Geohammer vor einigen
Felsen als Alibi, und schreiben sie dann irgendwelche dubiose Berichte mit sehr vielen Fachausdrücken, die
niemand versteht, niemand braucht und kaum jemand liest, die aber sooooooooo wahnsinnig wichtig sind
laut ihrer Meinung. Wenn du nun aber zur Uni kommst und sagst, dass du einen Meteoriten „hier“
gefunden hast, sehen sie das nicht gern, und das schon gar nicht von einem „Laien“, denn da müssten sie
zuhause bleiben und hier forschen, und da unterliegen sie jedweder Arbeits- Kontrolle. Also, du wirst
hier bei denen keine Antwort bekommen. Sie lassen dich ins Leere laufen bis du aufgibst.
B) Als andere Möglichkeit ist aber auch noch, dass sie sehr neidisch sind. Sie selbst haben noch nie einen
Fund gemacht, und natürlich gönnen sie das auch einem anderen nicht, schon gar nicht einem Laien,
denn da würde ihre unantastbare hohe Forscher-Ehre darunter leiden. Und schon gar nicht, wenn der
Meteorit quasi schon lange vor ihrer Haustüre liegt. Sie würden dabei um ihre Erstdoku in der Fachwelt
und Literatur umfallen, um die große Ehre als Entdecker wie Kolumbus und auch um die Ehre als
Erstanalytiker. Folglich wird hier komplette Funkstille sein, selbst wenn du einen Brocken mit 1000
Tonnen findest. Die einzige Möglichkeit wäre, einen Teil des Meteoriten an eine andere –weit entfernte
ausländische- Uni zu schicken mit der Bitte um unabhängige Prüfung. Dazu musst du dir allerdings aber
ein bisschen von einem Märchen einfallen lassen, wie z.B. beim Spaziergang mit dem Hund entdeckt,
oder eine alte Erbschaft vom Großvater mit diesem Stein, usw. Dann wird es möglicherweise etwas
wohlwollend geprüft. Aber nie in der Heimat. Denn auch hier gilt das alte Sprichwort: Der Prophet ist im
eigenen Land nichts wert ! Dabei muss man noch gut aufpassen, dass es eine Uni ist, die mit der
heimischen nicht bestens vernetzt ist.
Zurück zur Inhaltsangabe
Weiter